Skip to main content

Der Rhabarber

Der Rhabarber Obwohl Rhabarber hauptsächlich bei der Herstellung von Süßspeisen Verwendung findet, zählt er aus botanischer Sicht nicht zum Obst sondern zum Gemüse. Er stammt aus der Familie der Knöterichgewächse und ist z.B.: mit Pflanzen wie dem Sauerampfer verwandt. Sein Name leitet sich von dem lateinischen Wort „Rheum barbarum“ ab, welches zu Deutsch so viel bedeutet wie „Barbarenwurzel“ oder „fremdländische Wurzel“.

Herkunft

Es wird vermutet, dass die Pflanze ursprünglich entweder aus China oder Russland stammt. In China wurde sie bereits 2700 Jahre v.Chr. als Heilpflanze in diversen Kräuterheilkundebüchern erwähnt. Zu dieser Zeit verwendete man von dem Gewächs aber noch die Wurzeln und nicht wie heute die Stängel. Aus den Wurzeln des Rhabarbers wurde ein Pulver hergestellt, welches gegen Verstopfung oder Darmträgheit helfen sollte. Zudem wurde dem Pulver auch eine positive Wirkung bei der Bekämpfung der Pest zugeschrieben.

Erst ab dem 18. Jhd. wurde Rhabarber auch in Europa immer populärer und etablierte sich als Lebensmittel. Zu dieser Zeit wurden vor allem in England die verschiedensten Sorten kultiviert. Aufgrund der Beliebtheit des Rhabarbers in Großbritannien verbreitete er sich auch im Laufe der Zeit auch im restlichen Europa. Heute wird Rhabarber weltweit in den meisten gemäßigten Klimazonen angebaut. Die Niederlande, Großbritannien und Deutschland zählen dabei zu den größten Produzenten Europas.

Sorten

Grundsätzlich können zahlreiche Rhabarbersorten nach Erntezeitpunkt, Farbe, Länge, Gewicht oder Blütenstandentwicklung unterschieden werden. Rhabarberstangen mit hellroter Farbe sind generell milder im Geschmack als Stangen mit dunkelroter oder grünlicher Farbe.

Zu den bekanntesten Rhabarbersorten zählen z.B.:

  • Campell
  • Canada Red
  • Esta
  • Frambozen rood (Himbeer- oder Erdbeerrhabarber)
  • Gigant
  • Holsteiner Blut
  • Rosara
  • Sutton Seedless
  • Valentine
  • Victoria

Eigenschaften

Beim Rhabarber handelt es sich um eine ausdauernde und mehrjährige Nutzpflanze, von welcher nur die 40 bis 80 cm langen und 2,5 bis 8 cm breiten Blattsiele zum Verzehr verwendet werden dürfen.

Aufgrund des hohen Vitamin C Gehaltes der Pflanze stärkt Rhabarber das Immunsystem und kann Erkrankungen vorbeugen. Auch die blutreinigende und entschlackende Wirkung des Rhabarbers ist in der Medizin bekannt.

 

Inhaltsstoffe

Rhabarber besitzt eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen, welche einen positiven Einfluss auf den menschlichen Organismus haben können. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen Vitamin C, Vitamin K, Magnesium, Kalium, Eisen, Phosphor und Jod.

Ein weiterer Inhaltsstoff des Rhabarbers ist die so genannte Oxalsäure. Sie ist giftig und vor allem in den Blättern der Pflanze enthalten. Der Oxalsäuregehalt steigt mit dem Alter der Pflanze, daher wird davon abgeraten Rhabarber nach Ende Juni noch zu ernten. Um die Oxalsäure etwas zu mildern, kann Rhabarber in Verbindung mit Milchprodukten verarbeitet werden. Dadurch wird sie teilweise oder ganz unschädlich gemacht.

Vor allem Menschen die an Gicht, Rheuma oder Arthritis erkrankt sind oder ein Problem mit Nierensteinen haben, sollten Rhabarber nur in ganz kleinen Mengen oder am besten gar nicht zu sich nehmen. Auch für schwangere Frauen oder Kleinkinder ist der Verzehr von Rhabarber nicht zu empfehlen.

Nährwert

Nährwerte von Rhabarber (je 100g)

Brennwert82 kJ
Kalorien20 kcal
Protein0,6 g
Kohlenhydrate1,4 g
davon Zucker1,1 g
Fett0,1 g
Ballaststoffe3,2 g
Wassergehalt83%

(Quelle: Fddb)

Verwendung

Rhabarber ist Bestandteil von zahlreichen Rezepten der klassischen und modernen Küche. Klassischerweise findet Rhabarber vor allem bei der Herstellung von Süßspeisen, Kuchen, Torten und Desserts Verwendung.

So zählt z.B.: der Rhabarber-Streusel-Kuchen mittlerweile zum Standardrepertoire eines Patissiers oder Konditors. Aber auch als Bestandteil von fruchtigen Marmeladen, Gelees oder Likören erfreut sich Rhabarber immer größerer Beliebtheit. In der modernen bzw. gehobenen Gastronomie kommt es auch zu spannenden Kombinationen mit anderen Lebensmitteln wie Fleisch, Innereien, Fisch oder Krustentieren.

Lagerung

Beim Kauf von frischem Rhabarber achten Sie bitte immer auf die optimale Frische. Diese erkennt man nicht nur an der Festigkeit der Stangen, sondern auch an einem leichten Glanz und an saftigen Enden. Frischer Rhabarber trocknet schnell aus und verliert rasch an Gewicht, daher sollte er idealerweise gleich nach dem Kauf in ein feuchtes Tuch gewickelt und im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahret werden.

Auf diese Weise bleibt der Rhabarber über mehrere Tage frisch, saftig und unbeschadet. Wichtig ist dabei ein luftdurchlässiges Tuch zu verwenden, da man so der Bildung von Fäulnis oder Schimmel vorbeugen kann.

Eine weitere Möglichkeit zur Aufbewahrung von frischem Rhabarber wäre auch das Einfrieren. Rhabarber kann entweder roh oder in bereits verarbeiteter Form eingefroren werden. Durch das Einfrieren wird die Haltbarkeit deutlich verlängert.

Rhabarber entsaften

Rhabarber eignet sich ideal zum Entsaften und ergibt ein erfrischendes, leicht säuerliches Getränk. Die Stängel können entweder roh im Mixer mit etwas Wasser oder mit einem klassischen Entsafter verarbeitet werden. Beide Arten ergeben einen erfrischenden Saft, welcher sich ideal als Getränk oder für die Herstellung von Gelees oder Sirupen verwenden lässt.

Eine weitere Form um Rhabarber entsaften zu können ist das Auskochen der Stängel. Dazu einfach die Stängel zerkleinern und in einem Topf auf kleiner Flamme vor sich hin köcheln lassen und gelegentlich umrühren. Wenn der Rhabarber bereits schön weich und zerkocht ist gießt man die gesamte Flüssigkeit in ein mit einem Baumwolltuch ausgelegtes Sieb und lässt die Flüssigkeit über einer Schüssel über Nacht abtropfen.

Grundsätzlich macht es keinen Unterschied ob Sie Rhabarber roh oder gekocht entsaften, der Oxalsäuregehalt ist in beiden Fällen gleich hoch. Das rohe Entsaften ist dabei natürlich deutlich weniger zeitintensiv als die andere Variante.

[mc4wp_form id="2573"]


Ähnliche Beiträge