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Die Kirsche

Es gibt Süßkirschen und Sauerkirschen, und beide Sorten sind in vielerlei Hinsicht wundervoll.

Im Frühjahr verzaubern ihre blühenden Bäume die Landschaft, versprühen ein angenehmen Duft und bieten den Insekten Nahrung. Im Sommer locken die reifen Früchte zum Verzehr und landen im Pflückkorb. Kirschen schmecken pur sowie zu herzhaften und zu süßen Speisen. Doch auch als Spirituose und als Saft sind sie äußerst beliebt. Hier erfahren Sie mehr über die Früchte, ihre Inhalte und ihre Verwendung.Frische Kirschen

Die Herkunft und die Botanik der Kirschen

Ursprünglich stammen die Kirschen aus Kleinasien. Von dort aus gelangten sie im Jahre 74 vor Christus nach Europa. Die Pflanzen, welche bei uns kultiviert werden, brachte der römische Feldherr Lukullus aus der türkischen Hafenstadt Kerasos nach Italien. Von Italien kamen sie nach Mittel- und Nordeuropa.

Über die Herkunft der sauren Kirschsorte ist wenig bekannt. Tatsache aber ist, dass sie den doppelten Chromosomensatz der süßen Sorte enthält und wahrscheinlich aus der Vermischung von Vogelkirsche und Zwerg- oder Steppenkirsche hervorging. Heute zählt sowohl die süße als auch die saure Variante zur heimischen Vogelkirsche dazu, und sie gedeiht in allen gemäßigten Klimazonen dieser Welt. Die Bezeichnung “Kirsche” wurde vom Namen der Stadt Kerasos abgeleitet.

Aus botanischer Sicht gehören die Kirschen (casus) zu den Rosengewächsen und zum Steinobst. Merkmal für ein echtes Steinobst ist der Kern in der Mitte. Beim Öffnen der Schale kommt je nach Sorte ein gelb- rötliches, hellrotes bis dunkelrotes oder fast schwarzes Fruchtfleisch zum Vorschein.

Die Kirsche ist die Frucht des Kirschbaumes und bildet sich nach der Befruchtung der Blüte durch Insekten aus. Die Reifezeit verläuft je nach Lage des Wetters von Juni bis Mitte oder Ende August. Da die unterschiedlichen Sorten unterschiedlich früh blühen, gelangt das Obst zu unterschiedlichen Zeitpunkten zur Reife. Obwohl die süße und sauren Früchte unterschiedliche Sorten sind, gehören sie verwandtschaftlich zusammen.

Die knackige Süßkirschen

Süßkirschen sind auch unter der Bezeichnung Vogelkirsche bekannt. Allgemein zeigt das reife Fruchtfleisch eine hellrote, gelbrote, dunkelrote bis schwarz-rote Farbe. Die Kirsche ist saftig und fest im Biss. Der Geschmack ist fruchtig und süß.

Erntereif sind sie im Juni, wobei die ersten Erzeugnisse als besonders fleischige und saftige Herzkirschen beliebt sind. Ihnen folgen die knackigen Knubber- oder Knorpelkirschen im Hochsommer. Zu den bekanntesten süßen Sorten zählen: Van, Regina, Rotleber, Haumüller, Hedelfinger und Sweet Heart. Sie unterscheiden sich in Farbe, Konsistenz und Geschmack.

Die fruchtigen Sauerkirschen

Sauerkirschen sind auch unter dem Namen Weichselkirsche bekannt. Im Vergleich zu den Süßkirschen haben sie einen sehr frischen und säuerlichen Geschmack. Dafür verantwortlich ist der hohe Anteil an Fruchtsäure.

Sauerkirschen gelten als robust und gedeiht von daher auch in kühleren Gegenden. Sie erlangen ihre vollendete Reife erst spät, wenn das Wachstum der süßen Verwandten schon zu Ende geht. Die zahlreichen Sorten tragen so wohlklingende Namen wie: Rorschacher Süßweichse, Ungarische Traubige, Ludwigs Frühe, Schöne Klettgauerin, Gerema, Karneol, Koröser Weichsel, Morellenfeuer, Morina, Schattenmorelle und Safir.

Wie gesund sind Kirschen?

Falls Sie zu den Naschkatzen der Kirschen gehören, können Sie die süßen sowie die sauren mit gutem Gewissen genießen. Alle Sorten sind kalorienarm und ausgesprochen gesund. Sie enthalten zahlreiche wichtige Nährstoffe für den menschlichen Organismus:

Die Nährstoffe

Auffallend ist der hohe Anteil an Anthocyanen. Dabei handelt es sich um die natürlichen Farbstoffe der Gruppe der gesundheitsfördernden Polyphenole. Forschungen haben ergeben, dass diese Stoffe die Körperzellen vor der Entstehung von Entzündungen schützen, den vorzeitige Alterungsprozess verlangsamen, die Beschwerden bei Rheuma lindern und sogar die Entstehung von Krebs positiv beeinflussen sollen.

Allerdings werden diese hochwertigen Eigenschaften besonders den Sauerkirschen zugeschrieben und gründen auf ihren natürlichen Farbstoffen und der Säure.

Nährwert der Kirschen je 100 g:

Nährwerte der Kirschen je 100 g:

Brennwert264 kJ
Kalorien63 kcal
Protein40,9 g
Kohlenhydrate13,3 g
davon Zucker13,3 g
Fett0,3 g
Ballaststoffe1,5 g
Wassergehalt83%

(Quelle: Fddb)

Die vielseitige Verwendung der Früchte

Süße sowie saure Kirschen sind ein Genuss und in der Küche vielseitig verwendbar. Die Süßkirschen entfalten ihr Aroma bevorzugt im rohen Zustand und in Süßspeisen. Aufgrund des reichhaltigen Anteils von Zucker eignen sie sich hervorragend zur Herstellung von Kirschwein, Kirschwasser, Sirup oder süßen Fruchtsaft.

Sauerkirschen sind aufgrund des sauren Aromas im Rohzustand weniger genussfreudig. Dagegen schmecken sie in Gebäck, Kuchen und als Konfitüren oder Chutnys besonders delikat. In der Küche verleihen die sauren Früchte herzhaften Gerichten aus Geflügel, Rind, Lamm, Wild sowie Soßen und Salaten eine herrlich fruchtig- säuerliche Note.

Ein echtes Highlight sind sie in flüssiger Form. Wenn Sie die Kirschen entsaften und das frische Getränk probieren, werden Sie von dem erfrischenden Geschmack begeistert sein.

Kirschen entsaften

Frisch gepresster Kirschsaft ist eine besondere Delikatesse und hat nicht umsonst im Handel seinen Preis. Haben Sie Gelegenheit so einen Saft selbst herzustellen, sollten Sie diese wahrnehmen. Es gibt zahlreiche Gelegenheiten eine Flasche zu öffnen und die delikate Flüssigkeit pur, eisgekühlt oder heiß zu genießen. Sie können sie aber auch mit einer Spirituose oder etwas Honig verfeinern und über ein Eis oder eine andere Süßspeise geben.

Kirschen entsaften

Kirschsaft lässt sich auf verschiedene Weise selbst herstellen. Die Menge der Früchte für eine Flasche hängt von der Sorte und der erwünschten Dicke des Produktes ab. Um die Kirschen entsaften zu können, müssen Sie diese einfach vom Kern befreien, den Saft aus dem Fleisch herausrücken und auffangen. Einfacher gelingt das Vorhaben mit einem mechanischen Fruchtentsafter. Möchten Sie eine Vielzahl Früchte auspressen, ist ein Dampfentsafter zu empfehlen. Die Früchte müssen nicht entkernt werden, geben den Saft unter Dampfdruck frei und pasteurisieren diesen gleich zur Haltbarmachung. Anschließend brauchen Sie den köstlichen Sud nur noch in saubere Flaschen abfüllen und verschließen.

Die richtige Lagerung der Flaschen findet an einem kühlen und dunklen Ort statt.

Übrigens: Die aromatischsten Kirschen gibt es zur jeweiligen Saison und aus der Region. Zu den Qualitätsmerkmalen gehören eine kräftige Farbe, eine pralle Form, eine makellose sowie glänzende Haut und viel Saftigkeit. Die dunkelroten Süßkirschen schmecken ebenso aromatisch wie die gelborangen. Bevorzugen Sie Sauerkirschen, erkennen Sie diese an der kleineren Größe, der dünnhäutigen Erscheinung und der weichen Konsistenz.

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