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Der Grünkohl

Herkunft und Verbreitung

Der Grünkohl im PorträtGrünkohl, Braunkohl oder auch Krauskohl ist ein typisches Wintergemüse. Er gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und wird schon seit einigen Jahrhunderten angebaut.

Grünkohl stammt wie andere Kohlarten auch vom Urkohl ab, der ursprünglich entlang der Küsten des Mittelmeers bis nach Kleinasien verbreitet war.

Mittlerweile ist die Kohlsorte auf der ganzen Welt bekannt. Sie wird vorwiegend in Mittel- und Westeuropa, in Ost- und Westafrika sowie in Nordamerika angebaut.

Anbau und Ernte

Grünkohl wächst zügig. Blüten werden erst im zweiten Wachstumsjahr gebildet. Nach der Befruchtung entstehen Schoten, die zahlreiche Samen enthalten.

GrünkohlanbauJungpflanzen können im Frühbeet ab Mitte Mai gezogen werden. Eine einmal für Grünkohl verwendete Anbaufläche sollte erst nach Jahren erneut für den Kohlanbau zum Einsatz kommen. Das beugt potentiellen Pflanzenkrankheiten vor.

Grünkohl kann ab Oktober geerntet werden. Bei eigener Anzucht im Garten (siehe gartenbista.de) wird meist bis nach dem ersten Frost gewartet. Dann wandelt sich ein Teil der enthaltenen Stärke in Zucker um, was den Grünkohl aromatischer macht. Die Erntezeit kann den ganzen Winter bis in den März hinein andauern. Die Pflanze ist insgesamt recht anspruchslos und verträgt Temperaturen von -10 bis -15 Grad Celsius.

Verschiedene Sorten

Zu den Braunkohlsorten gehören beispielsweise Rote Palme, Roter Krauskohl und Lippische Palme.

Bei den Grünkohlsorten sind Niedriger Krauser, Gekräuselter Grünkohl und Westländer Herbst zu nennen. Im Handel ist allerdings meist nur die Sorte Halbhoher Grüner Krauser erhältlich.

Grünkohlsorte

Wenn Sie Grünkohl im Garten anpflanzen, können Sie die Gemüsesaison bis in den Winter hinein verlängern.

Aufbewahrung und Lagerung

Beim Einkauf sollten Sie den Grünkohl stets auf Frische überprüfen. Die Blätter dürfen keinesfalls welk erscheinen.

Grünkohl hält in der Verpackung oder eingeschlagen in ein Tuch vier bis fünf Tage im Gemüsefach des Kühlschranks. Der ganze Kopf ist länger lagerfähig. Der Kohl eignet sich auch gut zum Einfrieren. Sie sollten ihn aber vorab kurz blanchieren.

Inhaltsstoffe

Grünkohl ist ein gesundes Gemüse, das hin und wieder sogar als Superfood bezeichnet wird. Er enthält sehr viel Betacarotin und Vitamin C. Dazu kommen Folsäure, Vitamin B1, B2, B3, A, K und die Mineralstoffe Kalzium, Eisen und Magnesium.

Zu nennen sind außerdem die Ballaststoffe, die Senfölglykoside und die enthaltenen Omega-3- sowie Omega-6-Fettsäuren.

Grünkohl ist kalorienarm: 100 g roher Kohl enthalten gerade mal etwa 49 kcal. Der Grünkohl ist, mit seinen sekundären Pflanzenstoffen und Enzymen, aus einer gesundheitsbewussten Ernährung nicht wegzudenken.

Nährwert

Nährwerte des Grünkohls je 100 g:

Brennwert189 kJ
Kalorien45 kcal
Protein4,3 g
Kohlenhydrate2,5 g
davon Zucker1,8 g
Fett0,9 g
Ballaststoffe4,2 g
Wassergehalt86%

(Quelle: Fddb)

Verwendungsweisen

Traditionell

Die Verwendung des Grünkohls ist in der norddeutschen Küche Tradition. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein finden in den Herbst- und Wintermonaten Kohlfahrten statt, bei denen ein Kohlkönig gekürt wird.

Ein bekanntes Gericht in Nordwestdeutschland ist Kohl mit Pinkel. Hier wird zum Grünkohl eine geräucherte Grützwurst serviert.

In Schleswig-Holstein isst man das Gemüse mit Bratkartoffeln und Kasseler, grober Bratwurst und Speck. Darüber hinaus gibt es viele weitere regionale Varianten, den Grünkohl zuzubereiten.

Kreative Gerichte

Grünkohl kann Zutat bei Suppen, Eintöpfen und Gemüsebeilagen sein. Blanchiert schmeckt er gut im Salat. Selbst roh macht sich der Grünkohl gut. Er findet Verwendung im grünen Smoothie oder als Grünkohlsaft. Ebenfalls interessant aber etwas gewagter ist die Zubereitung von Grünkohlchips.

Grünkohlsalat

Grünkohlsalat

Vor der Verarbeitung werden die Stiele und harten Blattrippen entfernt. Der Grünkohl muss, weil er meist sehr sandig ist, gründlich gewaschen werden. Die Blätter können dann in Streifen geschnitten oder klein gehackt werden.

Wenn Sie Grünkohl probieren wollen, bereiten Sie doch einmal eine Pizza mit Kale (so heißt der Grünkohl in den USA und Australien) zu. Dazu streichen Sie etwas Olivenöl auf den Pizzaboden und belegen ihn mit klein gezupftem und blanchiertem Grünkohl, Zwiebelringen, Würfeln aus Schinkenspeck und Käse.

Sehr lecker ist auch eine Grünkohl-Lasagne. Zwischen die Nudelplatten kommt eine Béchamelsoße mit Grünkohl, Zwiebeln und Knoblauch. Eine Lage Mozzarella bildet den Abschluss.

Grünkohl entsaften

Grünkohl können Sie selbstverständlich auch roh verwenden. Er schmeckt gut im grünen Smoothie und als Grünkohlsaft, wobei der Grünkohlsaft leichter verträglich ist als der Smoothie.

Für einen frischen Grünkohlsaft können Sie zwei Handvoll Spinat, zwei Äpfel, zwei Möhren sowie zwei Handvoll klein gezupften Grünkohl dem Entsafter Ihrer Wahl zuführen.

Grünkohlsaft/Smoothie mit Nebenzutaten im Glas

Kombinieren können Sie den Grünkohl auch einmal mit einer halben Gurke und zwei Äpfeln oder mit einem Stängel Stangensellerie und zwei Orangen oder mit einer Handvoll Feldsalat, etwas Ingwer, einem Apfel und dem Saft einer halben Zitrone. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Den Trester, der beim Grünkohl Entsaften übrig bleibt, müssen Sie nicht entsorgen. Er eignet sich zur Herstellung allerlei anderer Köstlichkeiten oder diverser Naturkosmetik.



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