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Ölziehen/Ölkur

Um eine potentielle Entgiftung und Entschlackung weiter voranzutreiben, greifen einige auch zu eher ausgefallenen Methoden. Dazu zählt wohl auch das Ölziehen.

Diese Form der Entgiftung stammt aus der indischen Ayurveda-Heilkunde. Besonders die Zahn– und Mundhygiene sollen gefördert werden. Was es mit der Ölkur auf sich hat, beleuchtet dieser Artikel im Folgenden.

Was ist Ölziehen eigentlich?

Das Ölziehen stammt aus der ayurvedischen Lehre. Dort stellte man fest, dass sich Ölanwendungen positiv auf den Körper auswirken können.

Olivenöl in Glasschale neben Oliven

Beim Ölziehen wird Öl für maximal 20 Minuten im Mund gespült. Die antibakterielle Wirkung soll gegen Karies, Entzündungen und Beläge helfen. Laut Ayurveda kann sich eine Ölkur aber auch positiv auf Kopfschmerzen und Mundgeruch auswirken.

Indische Yogis praktizieren das Ölziehen seit mehrerern Jahrzehnten.

Wie funktioniert die Ölkur?

Nach der normalen Zahnreinigung wird der Mund für 20 Minuten mit Öl ausgespült. Das Öl wird während der Anwendung im Mund behalten und gleichmäßig verteilt.

Dem Öl werden antibakterielle Wirkungen nachgesagt. Um den vollen Effekt zu spüren, sollte man 20 Minuten nicht überschreiten. Diese Zeit ist vollkommen ausreichend, um das Öl in alle Zwischenräume und über sämtliche Zähne zu bringen. Im Anschluss wird das Öl ausgespuckt und mit Wasser nachgespült.

Welches Öl eignet sich?

Grundsätzlich wird empfohlen, kaltgepresstes Oliven-, Sesam– oder Sonnenblumenöl zu verwenden. Viele Menschen nehmen Kokosöl, da es die antibakterielle Laurinsäure enthält. Außerdem schmeckt es angenehmer.

Kokosnussöl in Glasschale und ganze Kokosnüsse

Wussten Sie aber, dass die Ernte von Kokosnüssen mit Tierquälerei zusammenhängt? In Thailand werden Makaken dressiert, um die Kokosnüsse in den Plantagen zu ernten. Die Haltung und Dressur der Tiere ist häufig mit vielen Qualen verbunden. Außerdem ist der Betrieb von Monokulturen, wie in den Kokosnussplantagen so üblich, Raubbau an der Natur.

Welche Vorteile bringt die Prozedur?

Ölziehen fördert die Gesundheit von Zahn, Mund und Kiefer. Bakterien werden bekämpft und mit dem Öl zusammen ausgespuckt. Die antibakterielle Wirkung von Ölziehen ist durch mehrere Studien belegt. Dazu aber gleich mehr.

Durch die Bekämpfung von Bakterien können Symptome wie Mundgeruch, Karies und Zahnbelag gelindert werden. Manche Anwender der Ölkur berichten von einem allgemeinen Detox-Gefühl. Im Rahmen einer ergänzenden Reinigung der Zähne ist Ölziehen durchaus sinnvoll. Für den ganzen Körper kann eine Öl- wiederum mit einer Saftkur kombiniert werden.

Studienlage

Ölziehen Studienlage

Studie des “Journal for Contemporary Dental Practice” zum Thema Ölziehen

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die wissenschaftliche Forschung zum Thema Ölkur noch recht dürftig ist. Es gibt aber die Studie des Journal for Contemporary Dental Practice, welche 2016 erschienen ist. Diese Studie bestätigt die antibakterielle Wirkung von Ölziehen im Mund und Rachen.

Getestet wurde in der Studie mithilfe von Kokosöl. Man untersuchte Patienten mit Mundgeruch. Im Ergebnis reduzierten sich die Mundgeruch-fördernden Bakterien mit Kokosöl genauso wie bei Patienten, die mit einer anerkannten Lösung aus Chlorhexidin spülten.

Dies ist leider die bislang einzige relevante Studie zu dieser Methode.

Fazit

Es kostet etwas Überwindung, um einen guten Schluck Öl 20 Minuten im Mund zu behalten. Aber gerade für Menschen, die an Mundgeruch leiden, kann es eine Linderung des Problems darstellen. Manche Menschen sprechen über einen allgemein verbesserten Gesundheitszustand, wobei dies auch beeinflusster Wahrnehmung geschuldet sein kann.

Das Ölziehen ist für die Bekämpfung von Bakterien im Mund- und Rachenraum optimal. So erreicht man auch Zwischenräume, die mit der Zahnbürste nicht immer direkt zu erreichen sind. Wer den Versuch mal wagen möchte, der soll sich von diesem Beitrag sicher nicht davon abhalten lassen. Gutes Gelingen!



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